Blutparameter bei Haustieren – Welche Werte sind wichtig und wie werden sie interpretiert?
Definition: Was versteht man unter Blutparametern bei Haustieren?

Blutbildparameter sind die einzelnen Messwerte, die durch ein Blutbild erfasst werden.
Sie geben Einblick in die Funktionsweise und den Gesundheitszustand wichtiger Organe und Prozesse im Körper Ihres Haustieres.
Häufig gemessene Blutbildparameter umfassen rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen, Hämoglobin und verschiedene Enzyme, die spezifische Informationen über Organfunktionen wie Leber und Nieren liefern.
Ursachen für veränderte Blutparameter
Eine Veränderung in den Blutparametern kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:
- Infektionen oder Entzündungen: Erhöhte weiße Blutkörperchen oder Entzündungsmarker deuten oft auf eine Abwehrreaktion hin.
- Erkrankungen der Organe: Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen können sich in spezifischen Enzymwerten zeigen.
- Mangelerscheinungen: Niedrige Hämoglobin- oder Eisenwerte weisen auf Anämie hin, die häufig durch Ernährungsprobleme verursacht wird.
- Stress und Hormonveränderungen: Auch hormonelle Schwankungen können Werte beeinflussen, wie z. B. Cortisol bei Stress.
Symptome, die auf veränderte Blutparameter hinweisen können
Veränderte Blutwerte sind oft Begleiterscheinungen von gesundheitlichen Symptomen. Zu diesen Symptomen gehören:
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit: Niedrige Erythrozytenwerte können auf Anämie hindeuten.
- Verändertes Trinkverhalten: Häufiges Trinken und Urinieren kann mit veränderten Nierenwerten einhergehen.
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust: Mögliche Anzeichen für Leberprobleme, die sich in erhöhten Leberwerten äußern können.
- Hautveränderungen: Veränderungen der Haut und des Fells, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.
Diagnostik: Welche Blutparameter werden bei Haustieren gemessen?
Zu den häufig analysierten Blutparametern gehören:
- Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Diese messen die Sauerstofftransportkapazität und deuten auf Blutarmut oder Hydrierungszustand hin.
- Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Hohe Werte können auf Infektionen oder Entzündungen hinweisen, während niedrige Werte ein Zeichen für Immunschwäche sein können.
- Hämoglobin und Hämatokrit: Die Konzentration von Hämoglobin zeigt die Sauerstofftransportkapazität des Blutes und kann ein Indikator für Anämie sein.
- Blutplättchen (Thrombozyten): Die Thrombozytenzahl ist für die Blutgerinnung wichtig und kann bei Gerinnungsstörungen abweichen.
- Leberenzyme (ALP, ALT): Erhöhte Werte dieser Enzyme zeigen oft Leberprobleme an.
- Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff): Diese Werte geben Aufschluss über die Nierenfunktion.
- Glukosewerte: Wichtiger Marker für Diabetes bei Haustieren.
Weitere detaillierte Informationen zur Bedeutung einzelner Blutwerte finden Sie in unserem Blogartikel über das Blutbild „Geriatrisches Profil„.
Behandlung: Wie werden abweichende Blutparameter behandelt?
Abweichungen in den Blutparametern erfordern unterschiedliche Ansätze:
- Ernährungsanpassungen: Bei Mangelerscheinungen oder Anämie kann eine spezifische Ernährungsumstellung helfen.
- Medikamente: Infektionen werden häufig mit Antibiotika behandelt; bei Leber- oder Nierenproblemen kann eine medikamentöse Unterstützung erforderlich sein.
- Langzeitüberwachung: Bei chronischen Erkrankungen oder auffälligen Werten sind regelmäßige Blutuntersuchungen notwendig, um die Behandlung anzupassen.
Prognose: Was sagen die Blutparameter über die Heilungschancen aus?
Die Prognose hängt stark davon ab, welche Blutparameter verändert sind und wie gravierend die Abweichungen sind.
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Abweichungen kann die Heilungschancen Ihres Haustieres deutlich verbessern und langfristige Schäden an Organen verhindern.

Besonders bei chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Niereninsuffizienz oder Leberproblemen, ist die regelmäßige Überprüfung der Blutparameter für eine erfolgreiche Behandlung entscheidend.
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