E – EPILEPSIE

Epilepsie bei Haustieren – Was tun, wenn mein Hund oder meine Katze Anfälle hat?

„Wie erkenne ich Epilepsie bei meinem Haustier und was kann ich tun?“

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die sowohl Hunde als auch Katzen betreffen kann. Sie äußert sich durch wiederkehrende Anfälle, die beängstigend wirken können, aber bei richtiger Behandlung oft gut kontrollierbar sind.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Epilepsie bei Haustieren: von den Ursachen über die Symptome bis hin zur Diagnostik, Behandlung und Prognose. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie Ihrem Tier in einer akuten Situation helfen können.

Definition: Was ist Epilepsie bei Haustieren?

Epilepsie bezeichnet das wiederholte Auftreten von Krampfanfällen, die durch unkontrollierte elektrische Aktivität im Gehirn verursacht werden.

Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit an sich, sondern vielmehr um ein Symptom, das auf eine neurologische Störung hinweist.

Epileptische Anfälle können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, von leichten Zuckungen bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust.


Ursachen: Warum entwickeln Hunde und Katzen Epilepsie?

Die Ursachen für Epilepsie bei Haustieren lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:

Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Lebererkrankungen.

Primäre (idiopathische) Epilepsie:
  • Ursache: Unbekannt, vermutlich genetisch bedingt.
  • Häufig betroffen: Junge bis mittelalte Tiere, insbesondere bestimmte Hunderassen wie Labrador Retriever, Border Collies und Beagles.
Sekundäre Epilepsie:

Ursache: Epilepsie infolge einer zugrunde liegenden Erkrankung, z. B.:

  • Hirnverletzungen (z. B. durch Trauma).
  • Infektionen wie Staupe oder Toxoplasmose.
  • Tumore oder andere Raumforderungen im Gehirn.
  • Vergiftungen, z. B. durch Pflanzenschutzmittel oder Medikamente.

Symptome: Woran erkenne ich, dass mein Haustier an Epilepsie leidet?

Epileptische Anfälle können unterschiedlich aussehen und werden in verschiedene Phasen unterteilt:

Vorzeichenphase (Aura):

  • Unruhe, Verstecken oder vermehrte Anhänglichkeit.
  • Manche Tiere zeigen ein ungewöhnliches Verhalten kurz vor einem Anfall.

Iktale Phase (Anfall):

  • Krämpfe oder Zuckungen.
  • Bewusstseinsverlust.
  • Speichelfluss, urinieren oder koten während des Anfalls.
  • Vermehrtes Zucken der Muskeln, Zuckungen in den Gliedmaßen oder Steifheit.

Postiktale Phase (nach dem Anfall):

  • Erhöhte Müdigkeit oder Unruhe.
  • Orientierungslosigkeit, Verwirrung oder vorübergehende Blindheit.

Diagnostik: Wie wird Epilepsie bei Haustieren festgestellt?

Die Diagnose von Epilepsie ist komplex und erfordert mehrere Untersuchungen, um andere Ursachen für die Anfälle auszuschließen:

  • EEG (Elektroenzephalogramm): Dieses Verfahren misst die elektrische Aktivität des Gehirns, um abnormale Muster zu identifizieren.
  • Klinische Untersuchung: Der Tierarzt untersucht Ihr Haustier auf offensichtliche Anzeichen von Verletzungen, Infektionen oder anderen Erkrankungen.
  • Bluttests und Urinuntersuchungen: Zur Abklärung von Stoffwechsel- oder Organstörungen.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder MRT können helfen, Tumore oder Verletzungen im Gehirn auszuschließen.

Behandlung: Wie wird Epilepsie bei Haustieren behandelt?

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren. Die Therapie wird individuell auf Ihr Tier angepasst und kann folgende Maßnahmen umfassen:

Warnung: Versuchen Sie bitte niemals, während eines Anfalls in das Maul Ihres Haustiers zu greifen.

Medikamente: Antiepileptika wie Phenobarbital oder Imepitoin sind die gängigsten Medikamente zur Behandlung von Epilepsie bei Hunden und Katzen. In manchen Fällen werden kombinierte Therapien erforderlich.

Management der Auslöser: Stressreduzierung und Vermeidung bekannter Auslöser wie laute Geräusche oder plötzliche Veränderungen im Umfeld.

Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen: Wenn eine sekundäre Ursache vorliegt (z. B. ein Tumor oder eine Infektion), muss diese zuerst behandelt werden.

Notfallmaßnahmen bei Anfällen: Bleiben Sie ruhig und schützen Sie Ihr Haustier vor Verletzungen, indem Sie gefährliche Gegenstände aus der Umgebung entfernen. Sprechen Sie ruhig mit ihm.


Prognose: Können Hunde und Katzen mit Epilepsie ein normales Leben führen?

Die Prognose hängt von der Ursache und der Reaktion auf die Behandlung ab.

Bei idiopathischer Epilepsie können viele Tiere ein nahezu normales Leben führen, wenn die Anfälle medikamentös gut eingestellt sind.

Bei sekundärer Epilepsie hängt die Prognose stark von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Eine regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt und ein gut abgestimmter Behandlungsplan sind entscheidend.


Fazit: Epilepsie bei Haustieren – Frühzeitige Diagnose hilft

Epilepsie ist eine ernste, aber oft gut kontrollierbare Erkrankung bei Haustieren. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung können die Lebensqualität Ihres Tieres erheblich verbessern.

Wenn Sie bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze Anzeichen von Anfällen bemerken, zögern Sie nicht, einen Tierarzt aufzusuchen. Mit der richtigen Therapie kann Ihr Liebling ein erfülltes und glückliches Leben führen.


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