E – ERBRECHEN BEI HUND UND KATZE

Erbrechen bei Hund oder Katze – Wann ist es ein Notfall?

„Mein Hund (oder meine Katze) erbricht – Muss ich sofort zum Tierarzt oder reicht es, abzuwarten?“

Erbrechen bei Haustieren ist ein Symptom, das viele Ursachen haben kann – von harmlos bis lebensgefährlich. Als Tierhalter:in ist es wichtig, zu erkennen, wann es sich um einen akuten Notfall handelt, der tierärztlich abgeklärt werden muss. In diesem Beitrag erfährst du, worauf du achten solltest und wie du richtig reagierst.

Definition: „Was bedeutet Erbrechen bei Haustieren?“

Erbrechen (vomitus) ist ein aktiver Vorgang, bei dem Mageninhalt durch die Speiseröhre nach außen befördert wird.

Es wird durch komplexe Reize im Brechzentrum ausgelöst.

Es ist abzugrenzen vom Regurgitieren, bei dem Futter passiv aus der Speiseröhre zurückläuft, ohne Würgen.

📌 Tipp: Auch in unserem Artikel zu Atemwegserkrankungen bei Hund und Katze klären wir Symptome, die leicht fehlinterpretiert werden können.


Welche Ursachen kann Erbrechen haben?

Die Gründe sind vielfältig – und reichen von harmlos bis hochgradig gefährlich:

  • Diätfehler, z. B. Futterumstellung, verdorbene Nahrung
  • Parasiten oder Infektionen (z. B. Parvovirose, Panleukopenie)
  • Vergiftungen (z. B. Schokolade, Medikamente, Pflanzengifte)
  • Magen-Darm-Erkrankungen wie Gastritis, IBD oder Fremdkörper
  • Organversagen (z. B. Leber, Niere)
  • Hormonelle Störungen wie Morbus Addison
  • Tumore im Verdauungstrakt

🎯 Besonders gefährlich: Erbrechen in Verbindung mit Lethargie, Blut, Durchfall oder neurologischen Symptomen.


Welche Symptome deuten auf einen Notfall hin?

Nicht jedes Erbrechen ist ein Grund zur Panik – doch diese Warnzeichen solltest du ernst nehmen:

  • Wiederholtes, anhaltendes Erbrechen über mehrere Stunden
  • Blut im Erbrochenen (hellrot oder kaffeebraun)
  • Auffällige Schwäche oder Apathie
  • Fieber oder Untertemperatur
  • Schmerzhaftes Abdomen, sichtbare Anspannung
  • Auffälliger Durchfall, Austrocknung, eingesunkene Augen
  • Vergiftungsverdacht

Bei Jungtieren, Senioren oder kranken Tieren gilt: Lieber zu früh zum Tierarzt als zu spät!


Wie wird Erbrechen bei Hund und Katze diagnostiziert?

Die Diagnostik richtet sich nach Schwere und Verlauf der Symptome:

  • Anamnese und klinische Untersuchung
  • Blutbild und Organwerte (z. B. Leber, Niere, Elektrolyte)
  • Röntgen oder Ultraschall, falls Fremdkörper oder Tumor vermutet wird
  • Kotuntersuchung, falls Parasiten oder Viren infrage kommen
  • Bei chronischem Erbrechen: Endoskopie, Biopsien oder Flotationsverfahren

📌 Empfehlung: Lies auch unseren Beitrag zu Endokrinologie bei Hund & Katze


Wie sieht die Behandlung bei Erbrechen aus?

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Allgemeinzustand:

  • Fasten für 12–24 Stunden, danach leicht verdauliche Diät
  • Infusionstherapie, um Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen
  • Antiemetika gegen Übelkeit
  • Antibiotika, Antiparasitika oder Medikamente gegen entzündliche Darmerkrankungen
  • Operation, falls z. B. ein Fremdkörper vorliegt

📌 Wichtig: Bei anhaltendem Erbrechenjungen oder alten Tieren und Vergiftungsverdacht immer sofort zum Tierarzt!


Wie ist die Prognose?

Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose in den meisten Fällen gut.

Je nach Ursache kann aber auch ein längerfristiger Behandlungsplan nötig sein – etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie IBD oder systemischen Erkrankungen wie Lebererkrankungen.

Lieber einmal zu viel als zu spät zum Tierarzt

Erbrechen ist kein Krankheitsbild, sondern ein wichtiger Hinweis, dass im Körper deines Lieblings etwas nicht stimmt. Beobachte dein Tier aufmerksam, reagiere bei Warnzeichen sofort – und kontaktiere uns gerne bei Unsicherheiten.


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