M – MIKROBIOLOGIE

Mikrobiologie bei Hund und Katze – Was versteht man darunter und wann ist eine Untersuchung sinnvoll?

Die Mikrobiologie ist ein zentrales Fachgebiet in der tiermedizinischen Diagnostik und hilft dabei, Krankheiten auf den Grund zu gehen – insbesondere, wenn Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten eine Rolle spielen. Sie ist essenziell für eine gezielte und wirksame Behandlung.

Definition: Was ist Mikrobiologie bei Tieren?

In der Tiermedizin beschäftigt sich die Mikrobiologie mit Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen, Viren und Protozoen, die im oder auf dem Körper von Tieren leben können.


Sie untersucht, ob und welche Mikroorganismen eine Krankheit auslösen und wie man diese gezielt bekämpfen kann – beispielsweise mit Antibiotika oder Antimykotika.?“


Warum ist Mikrobiologie beim Tier wichtig? – Ursachen für eine mikrobiologische Untersuchung

Eine mikrobiologische Untersuchung wird oft dann notwendig, wenn:

  • Infektionen unklaren Ursprungs vorliegen (z. B. Haut-, Ohren-, Atemwegs-, Magen-Darm- oder Blasenentzündungen).
  • eine bisherige Therapie nicht anschlägt.
  • der Verdacht auf multiresistente Keime besteht.
  • chronische Erkrankungen durch Mikroorganismen ausgelöst oder begünstigt werden.

🔎 Tipp: Auch im Rahmen von Kotuntersuchungen, wie beim Flotationsverfahren, kommen mikrobiologische Verfahren zum Einsatz.


Welche Symptome können auf mikrobiologische Ursachen hindeuten?

Typische Beschwerden, bei denen eine mikrobiologische Abklärung sinnvoll ist:

  • Chronischer Juckreiz, Hautrötungen, Haarausfall (→ siehe Artikel: Juckreiz bei Hund & Katze)
  • Ohrenentzündungen (z. B. Otitis externa)
  • Wiederkehrende Durchfälle
  • Atemwegsprobleme
  • Blasenentzündungen
  • Wundinfektionen, die nicht abheilen

Diese Symptome können auf eine mikrobielle Ursache hinweisen – und eine zielgerichtete Behandlung ermöglichen.


Wie erfolgt die mikrobiologische Diagnostik beim Tier?

Die Diagnostik umfasst folgende Schritte:

  • Entnahme einer Probe (z. B. Hautabstrich, Urin, Kot, Ohrsekret oder Gewebe)
  • Anlegen einer Kultur zur Bestimmung des Erregers
  • Durchführung eines Antibiogramms, um die passende Therapie zu ermitteln
  • ggf. molekularbiologische Verfahren wie PCR

Diese Methoden ermöglichen eine präzise Identifikation der Erreger und reduzieren unnötige Medikamentengaben.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach dem identifizierten Erreger:

  • Antibiotika bei bakteriellen Infektionen
  • Antimykotika bei Pilzen
  • Antivirale Medikamente in seltenen Fällen
  • Haltungs- und Hygienemaßnahmen, um Rückfälle zu vermeiden

Durch die mikrobiologische Diagnostik lässt sich die Behandlung genau anpassen – das ist nicht nur effizient, sondern auch tierschonend.


Wie ist die Prognose bei mikrobiologisch abgeklärten Infektionen?

Die Prognose ist meist gut, wenn:

  • der Erreger frühzeitig erkannt wird,
  • eine gezielte Therapie eingeleitet wird,
  • das Tier regelmäßig nachkontrolliert wird.

Besonders bei chronischen oder immer wiederkehrenden Infektionen verbessert die mikrobiologische Diagnostik die Langzeitprognose deutlich.

Warum ist Mikrobiologie in der Tiermedizin so wichtig?

Mikrobiologische Untersuchungen ermöglichen es uns, versteckte Ursachen für Erkrankungen aufzudecken und zielgerichtet zu behandeln. Für unsere Patient:innen ist das oft der Schlüssel zur Genesung.


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