T – THROMBOZYTOLOGIE

Thrombozythopenie beim Haustier – Was bedeutet das und wann wird es gefährlich?

Was ist eine Thrombozythopenie bei Hund oder Katze?

Eine Thrombozythopenie beschreibt einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind.

Sie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das auf unterschiedliche Grunderkrankungen hinweisen kann.

Ein niedriger Thrombozytenwert führt dazu, dass das Tier vermehrt zu Blutungen neigt – äußerlich wie innerlich. Besonders betroffen sind Hunde, aber auch Katzen können darunter leiden.


Was verursacht Thrombozythopenie bei Haustieren? (Ursache)

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Autoimmunerkrankungen über Infektionen (z. B. durch Zecken übertragene Krankheiten wie Anaplasmose) bis hin zu Tumorerkrankungen oder Medikamentennebenwirkungen. Auch eine vergiftungsbedingte Reaktion kann zu einem massiven Thrombozytenabbau führen. Manchmal ist der genaue Auslöser schwer zu identifizieren und erfordert eine gründliche Diagnostik.

➡️ Querverweis: Lies dazu auch unseren Artikel zur Parasitologie bei Haustieren, insbesondere bei Zeckenerkrankungen wie Babesiose oder Ehrlichiose.


Woran erkenne ich eine Thrombozythopenie bei meinem Tier?

Symptome treten häufig plötzlich auf: kleine punktförmige Blutungen auf der Haut (Petechien), Nasenbluten, blutiger Urin oder Kot sowie vermehrte blaue Flecken ohne äußere Einwirkung.

Auch Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und blasses Zahnfleisch können Anzeichen sein. In schweren Fällen kommt es zu inneren Blutungen, die lebensbedrohlich sein können.


Wie wird Thrombozythopenie diagnostiziert? (Diagnostik)

Eine Blutuntersuchung ist essenziell und zeigt meist deutlich erniedrigte Thrombozytenwerte. Ergänzend erfolgen Differenzialblutbilder, Blutgerinnungsprofile und ggf. Spezialtests auf Infektionserkrankungen wie Ehrlichiose, Leptospirose oder Anaplasmose. In unklaren Fällen können auch bildgebende Verfahren notwendig sein.

➡️ Querverweise: Weitere Infos findest du in unseren Beiträgen zur Leptospirose und zur Radiologie in der Tiermedizin.


Wie behandelt man Thrombozythopenie beim Haustier?

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei autoimmunbedingten Formen werden Immunsuppressiva und Kortison eingesetzt. Bei Infektionserkrankungen erfolgt eine zielgerichtete Antibiose.

In Notfällen – etwa bei starken Blutungen – kann auch eine Blut- oder Plasmatransfusion nötig sein. Wichtig ist eine engmaschige Überwachung durch den Tierarzt oder die Tierärztin.


Wie ist die Prognose bei Thrombozythopenie bei Hund oder Katze?

Die Prognose hängt stark von der Ursache, Schweregrad und Therapiebereitschaft ab. Früh erkannt und behandelt sind die Aussichten meist gut.

Bei chronischen oder wiederkehrenden Fällen kann eine langfristige medizinische Begleitungnotwendig sein.

Bei akuten Blutungskomplikationen ohne Behandlung ist die Prognose allerdings ungünstig. Wenn du Anzeichen wie Blutungen oder Lethargie bei deinem Tier bemerkst, warte nicht ab. Eine rechtzeitige Diagnose kann Leben retten.

➡️ Querverweis: Lies auch unseren Beitrag zur Notfallmedizin – für den Fall, dass du schnell reagieren musst.


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