Virämie bei Hund und Katze – Wenn Viren den Blutkreislauf erreichen
Die Virämie ist ein kritischer Zustand, bei dem sich Viren über das Blut im Körper verteilen können – mit potenziell schwerwiegenden Folgen.
In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige über Ursachen, Symptome, Diagnostik und Behandlung.
Was ist eine Virämie beim Tier?
Virämie bezeichnet das Vorhandensein von Viren im Blutkreislauf. Dabei können Viren entweder frei im Blutplasma zirkulieren oder an Blutzellen gebunden sein.

Eine Virämie tritt oft im Verlauf systemischer Virusinfektionen auf – zum Beispiel bei Parvovirose, FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) oder Staupe.
Sie stellt meist eine Phase der Virusverbreitung im Körper dar und ist häufig mit schwereren Krankheitsverläufen verbunden.
Wie kommt es zur Virämie?
Virämien entstehen, wenn Viren nach der lokalen Infektion (z. B. über Atemwege oder Darm) in den Blutkreislauf übertreten. Auslöser sind:
- Primärinfektionen mit viralen Erregern
- Schwaches Immunsystem, z. B. bei jungen, alten oder kranken Tieren
- Ungeimpfte Tiere, die keinen Impfschutz gegen gängige Viruserkrankungen besitzen
- Körperlicher Stress oder andere Vorerkrankungen
Wird die Virämie nicht gestoppt, kann es zu Organbeteiligungen und systemischen Erkrankungen kommen.
Woran erkenne ich eine Virämie bei meinem Tier?
Die Symptome einer Virämie hängen stark von der zugrunde liegenden Virusinfektion ab. Häufig zeigen sich:
- Fieber und Schwäche
- Appetitlosigkeit
- Erbrechen oder Durchfall
- Atemprobleme
- Neurologische Auffälligkeiten
- Gelbfärbung der Schleimhäute (bei FIP)
Da diese Anzeichen auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine schnelle tierärztliche Abklärung entscheidend.
Wie wird eine Virämie festgestellt?
Die Diagnostik erfolgt meist über eine Kombination aus:
- Blutuntersuchung, z. B. PCR-Tests auf virales Erbgut im Blut
- Antikörpernachweise im Serum
- Spezifische Virusnachweise in Gewebe- oder Liquorproben
- Bildgebende Verfahren, um Organbeteiligungen zu erkennen
Je früher die Virämie erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.
Was hilft bei Virämie?
Die Therapie hängt stark von der Ursache ab. Da Viren nicht direkt mit Antibiotika bekämpft werden können, zielt die Behandlung auf:
- Symptomatische Unterstützung (Infusionen, Schmerzmittel, Antiemetika)
- Stärkung des Immunsystems
- Einsatz antiviraler Mittel (z. B. bei FIP oder Herpesviren)
- Isolation zur Verhinderung der Ansteckung anderer Tiere
Eine enge tierärztliche Überwachung ist während der akuten Phase unerlässlich.
Wie ist die Prognose bei einer Virämie?
Die Prognose ist abhängig von:
- Art des Virus
- Allgemeinzustand des Tieres
- Schnelligkeit der Diagnose und Therapie

Frühzeitig erkannte und unterstützend behandelte Virämien können überwunden werden – bei aggressiven Viren wie dem FIP-Erreger oder Parvoviren ist die Prognose jedoch oft vorsichtig bis kritisch.
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