Zahnpflege beim Haustier: Warum sie so wichtig ist – und wie Sie Ihr Tier dabei unterstützen können
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ – Antoine de Saint-Exupéry
Doch wenn es um die Zahngesundheit Ihres Lieblings geht, ist ein genauer Blick in das Maul Ihres Haustiers essenziell– denn dort beginnt oft unbemerkt das Leiden.
Warum Zahnpflege bei Hund und Katze kein Luxus, sondern Pflicht ist
Gesunde Zähne sind ein wichtiger Bestandteil des allgemeinen Wohlbefindens Ihres Tieres. Mehr als 70 % aller Hunde und Katzen über drei Jahren zeigen bereits Anzeichen von Zahnproblemen, meist in Form von Zahnstein, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) oder Parodontitis.
Unbehandelt können diese Erkrankungen nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch schwerwiegende Folgen für Organe wie Herz, Nieren und Leber haben – durch die Ausbreitung von Bakterien über die Blutbahn.

Die häufigsten Zahnprobleme bei Haustieren
Die Probleme beginnen meist schleichend:
- Zahnsteinbildung: Entsteht durch Ablagerungen von Futterresten, Speichel und Bakterien. Ein idealer Nährboden für Entzündungen.
- Gingivitis: Das Zahnfleisch ist gerötet, geschwollen und blutet leicht – erste Hinweise auf eine beginnende Parodontitis.
- Parodontitis: Die Entzündung greift auf den Zahnhalteapparat über und kann bis zum Zahnverlust führen.
- FORL bei Katzen: Eine besonders schmerzhafte Zahnerkrankung, bei der sich Zähne von innen heraus auflösen.
Zahnpflege zu Hause – so unterstützen Sie Ihr Tier richtig
Der Goldstandard bleibt das regelmäßige Zähneputzen. Ja, auch bei Haustieren! Doch nicht jeder Hund oder jede Katze lässt dies problemlos zu.
Hier einige alltagstaugliche Alternativen:
1. Zähneputzen mit spezieller Tierzahnbürste und -paste
Bereits wenige Male pro Woche helfen, Plaque zu reduzieren.
Wichtig: Verwenden Sie niemals Zahnpasta für Menschen – diese enthält oft Fluorid, das für Tiere giftig sein kann.
2. Zahnfreundliches Kauverhalten fördern
Naturkausnacks wie getrocknete Rinderkopfhaut oder spezielle Zahnpflege-Kauknochen regen den Speichelfluss an und helfen beim Abrieb von Belägen.
3. Futtermittel mit Zahnpflege-Effekt
Es gibt spezielle Diätfuttermittel oder Zusätze im Fachhandel, die helfen, die Neubildung von Zahnstein zu verlangsamen.
4. Wasserzusätze oder Dental-Gels
Diese Produkte enthalten oft Enzyme, die bakterielles Wachstum hemmen – ideal für sensible Tiere, bei denen mechanische Reinigung nicht möglich ist.
Die professionelle Zahnreinigung – wann ist sie notwendig?

Wenn bereits massiver Zahnstein oder Entzündungen vorliegen, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich.
Eine professionelle Zahnreinigung unter Narkose kann dann helfen, Zahnstein sicher zu entfernen und versteckte Schäden frühzeitig zu erkennen.
Vorsorge ist besser als Zahnschmerz – der ganzheitliche Blick
Regelmäßige Sichtkontrollen, liebevolle Pflege im Alltag und professionelle Einschätzungen durch unser tiermedizinisches Fachpersonal helfen dabei, Zahnerkrankungen frühzeitig zu erkennen – lange bevor Ihr Tier Schmerzen zeigt.
Fazit: Zahnpflege ist gelebte Tierliebe
Zahnpflege ist kein Luxus, sondern ein Zeichen verantwortungsvoller Fürsorge. Mit regelmäßiger Aufmerksamkeit und der richtigen Unterstützung kann Ihr Haustier bis ins hohe Alter gesunde Zähne behalten – und sein Leben voller Freude genießen.
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